J. Vlasich und G. Krojer

 

Dienstag, 05.12.2006

PRESSEINFORMATION

 

Stellungnahme zum Wechsel an Burgenlands Grüner Parteispitze

 

Im Jahr 2005 brachte sich der damalige Landesjugendsprecher Gerhard Reinprecht mit dem an Ihn herangetragenen Projekt „GREEN VIBRATION“  des Kulturvereins Kreativfabrik im burgenländischen Wahlkampf der Grünen ein. Es umfasste ein kulturelles Rahmenprogramm und sollte in Zusammenarbeit mit der Grünen Jugend Burgenland die Grünen Jugendevents gestalten. Im Juli 2005 trat Gerhard Reinprecht an das Wahlkampfteam der Grünen heran und legte ein Rohkonzept vor. In einer kurz darauf folgenden Sitzung wurde der fertige Wahlkampfauftritt angenommen.

„Die Organisation war abgesprochen, die Kompetenzen aufgeteilt, trotzdem wollte während der gesamten Vorbereitungsphase keine Ruhe einkehren. Nach anfänglich organisatorischen Schwierigkeiten musste das erste Event der Veranstaltungsserie ‚GREEN VIBRATION © Kreativfabrik 2005’ verlegt werden, mit Folgen wie sich herausstellte. Durch eine, wie mir scheint, Überforderung der Landesgeschäftsstelle während des Wahlkampfes, boykottierten die Grünen sogar ihre eigenen Wahlkampfveranstaltungen. Die Zusammenarbeit war geprägt von innerparteilichen Auseinandersetzungen, die, wie man sieht, nicht ohne Konsequenzen blieben. Die Grüne Jugend wurde von der Partei an den Pranger gewiesen. Ich legte mein Amt als Jugendsprecher zurück, da ich das parteiinterne Mobbing nicht mehr ertrug. Der Versuch der Errichtung einer autonomen grünen Jugendstruktur scheiterte am Widerstand der Grünen Führer.“ „Ich glaubte immer die drei Waisen aus dem Morgenland vor mir zu haben.“, schildert der 26-jährige Ruster.

Der Verein Kreativfabrik wurde im Anschluss an die Veranstaltungen von den Landesgrünen ohne Angabe von Gründen per Vorstandsbeschluss ausgeschlossen, jegliche Zusammenarbeit mit dem Verein und Personen aus der Kreativfabrik wurde untersagt. „Ohne Wissen über Mitglieder und Funktionäre einen ganzen Verein auszuschließen, ist für mich unbegreiflich“, befindet Reinprecht. Dies löste in ihm einen Solidarisierungseffekt mit der Kreativfabrik aus, der im Frühjahr 2006 mit der Position des Obmann-Stellvertreters endete. „Da ich damals nicht wusste, dass man für seine privaten Ambitionen bei der Grünen Parteispitze Rechenschaft ablegen muss, wurde ich endgültig ins abseits gedrängt. Ich wurde wegen meiner Zugehörigkeit zur Kreativfabrik von der Mitarbeit ausgegrenzt. Von einem Parteiausschluss meiner Person – wie von so mancher gewünscht – wurde interessanterweise Abstand gehalten. Kein Wunder, dass ich keine Lust hatte die letzte Landesversammlung zu besuchen.“, weis Reinprecht zu berichten.

 

Posten aufgeteilt, kein Inhalt

 

„Einmal wollen sie das 3.Mandat, gleich beim nächsten Mal einen 100%igen Zuwachs an Gemeinderäten, der gewünschte Wachstumsprozess sieht aber eher anders aus. Nur knapp den Widereinzug in den Landtag geschafft sowie der Wegfall eines aktiven Gemeinderates, Pressesprechers, einer ganzen Jugendorganisation und der Austausch des Finanzreferenten stellen da mehr eine Schlankheitskur dar. „Das Model GRÜNE soll aufpassen, dass es nicht die Magersucht bekommt.“, scherzt deren ehemaliger Jugendsprecher.

 

Die Rochade im Landesvorstand ist für Reinprecht nur eine Farce: „Interessant, dass die bis dato einflussreichsten Personen nach wie vor in Ihren Stellungen lauern, der Wechsel an der Spitze ist da nur Kosmetik. Auch nach der Neuwahl des Vorstandes hört man ausschließlich die Namen der altgedienten wie Grete, Josko und Herta. Was der neue Vorstand inhaltlich bewegen will, kommt jedoch nirgends zum Vorschein.“

Wo ÖVP-Landesgeschäftsführer Dietmar Halper einen Linksruck bei den Grünen ortet, fragt sich auch Gerhard Reinprecht: „Hier sind weder Fundis noch Realos am Werk. Wer Links war ist weg und wird auch nicht mehr so schnell zurückkommen.“ Die außergewöhnlich gute Gesprächsbasis zwischen der FPÖ und den Grünen im Burgenland ist da bundesweit schon eher die Ausnahme. „Der Unterschied zwischen der FPÖ und den Grünen existiert nur am Papier. Es wird zwar versucht das Parteiprogramm links zu formulieren, in Wirklichkeit steckt ein rein konservatives Umweltprogramm dahinter. Im Bereich der Menschlichkeit neige ich schon beinahe dazu, die Freiheitlichen zu bevorzugen. Mich sehen die Grünen nicht mehr, meine Noch-Mitgliedschaft überdenke ich zurzeit“, sagt er abschließend.